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Unschlagbare Teams durch ’Primal Leadership’ DEEP! #021)

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Einleitung

In der letzten Folge haben wir uns schon mit dem Thema emotionaler Intelligenz befasst. Dort hast du gelernt, was du unternehmen kannst, um deine emotionale Inteligenz zu steigern und damit ein besserer Mensch mit einem höheren Gehalt zu werden.

Nun habe ich mich entschlossen, einen weiteren Deepdive zu dem Thema zu machen und zwar werde ich mich an einem Buch über emotionale Intelligenz für Führungskräfte entlang hangeln. Du wirst heute lernen, wie du deine emotionale Intelligenz in 5 Schritten steigerst und damit zu einer Führungskraft wirst, die Teams effektiver und motivierter macht. Und weil das Thema wirklich so wichtig für die heutige Arbeitswelt und unsere persönliche Entwicklung ist, gibt es nächste Woche noch eine Folge dazu. Nämlich: Wie Gruppen und Organisationen emotional intelligenter werden können. Wenn dich das interessiert, dann abonniere unbedingt diesen Podcast auf Spotify, Apple oder Google Podcast.

Was ist emotionale Intelligenz?

Ein kurze Wiederholung: emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, die eigenen Emotionen zu erkennen und zu kontrollieren während du die Emotionen anderer verstehst und beeinflussen kannst. Im Business-Kontext bedeutet dass, dass du ein gesundes emotionales Klima unter deinen Angestellten bzw. deinen Teammitgliedern verbreitest, sodass sie jeden Tag motiviert und produktiv zur Arbeit gehen.

In der letzten Episode habe ich schon von 4 Kernkompetenzen gesprochen, aus der sich emotionale Intelligenz zusammensetzt: Self-Awareness, Selbstmanagement, soziales Bewusstsein und Beziehungsmanagement.

Die vier Kernbereiche haben jeweils einen eigenen Satz an sogenannten Mikro-Fähigkeiten (der englische Begriff Microskills klingt allerdings griffiger):

Die Microskills, die du für eine gute Self-Awareness brauchst, sind: Verständnis der eigenen Emotionen, ein Verständnis für deine Stärken und Schwächen und der Besitz von Selbstbewusstsein.

Selbstmanagement: Emotionale Kontrolle, Anpassungsfähigkeit in schwierigen Situationen, hohe persönliche Standards, persönliche Motivation und Optimismus.

Social Awareness: Empathievermögen, Förderung eines emotionalen Klimas, Verständnis des sozialen Netzwerks sowie der Machtverhältnisse in Gruppen.

Beziehungsmanagement: andere inspirieren können, andere bei der Zielerreichung und ihrer Weiterentwicklung, die Fähigkeit, zu erkennen, wann Veränderung nötig ist sowie die Fähigkeit, Konflikte zu lösen. Beziehungsmanagement bedeutet auch, Menschen als Team zusammenbringen zu können.

Gute Leader besitzen mindestens 6 Microskills und haben mindestens einen Microskill aus den 4 Kernkompetenzen von emotionaler Intelligenz. Fehlt einer der Bereiche vollkommen, dann leidet die Führungsstärke und die Performance der Gruppe.

Emotional intelligente Leader sind wichtig für den Gruppenerfolg, weil Resonanz (resonance) erschaffen – eine Atmosphäre, in der die Mitglieder der Gruppe emotional synchronisiert sind. In dieser Harmonie arbeiten Gruppen besser zusammen, sind produktiver und bringen mehr Leistung. Kurzum: Sie sind erfolgreicher.

Leaders beeinflussen den emotionalen Status Quo, da wir instinktiv zur Autorität schauen und auf emotionale Signale achten. Sie halten also das Zepter darüber, wie sich das Team fühlt und handelt. Damit ist der Erfolg unmittelbar mit der emotionalen Intelligenz des Leaders verknüpft.

Wenn der Leader sich ihrer selbst bewusst sind (self-awareness), ihre eigenen Emotionen im Griff haben, bleiben sie auch positiv in unsicheren Zeiten und bestärken das Team, dasselbe zu tun. Die soziale Awareness, hilft ihnen dabei, soziale Kompetenzen aufzubauen und Beziehungen innerhalb der Gruppe und zu einzelnen Mitgliedern aufrecht zu erhalten. Leader lesen die Gefühlszustände der anderen und reagieren angemessen darauf.

In diesem Artikel findest du einen Artikel, der beschreibt, wie Führungskräfte kommunuzieren sollten. Du findest andere Begriffe, die dasselbe noch einmal anders beleuchten.

Können sich Leader leisten, nicht emotional intelligent zu sein?

Laut Goleman erzeugt mangelnde EI eine Gruppendissonanz, Teammitglieder stehen im Konflikt dazu, wie sie fühlen und handeln. Diese Dissonanz wirkt sich negativ auf die Stimmung und auf die Leistung aus.

  • Diese Dissonanz kann bereits entstehen, wenn einer der 4 Kernkompetenzen nicht entwickelt ist. Außerdem bauen die Kernkompetenzen aufeinander auf.
  • Wenn du dir als Führungskraft nicht deiner selbst bewusst bist (self-awareness), dann wirst du Schwierigkeiten haben, deine Gefühle zu erkennen und die Ursachen zu identifizieren. Dann wird dir ein gesundes Selbstmanagement schwer fallen oder kaum möglich sein. Wenn du einen schlechten Tag hast, gestresst, niedergeschlagen bist, dann werden andere es an deinen Worten, Taten und an deiner Körpersprache erkennen können. Dabei entsteht der erwähnte Konflikt darüber, wie sich die Teammitglieder fühlen und benehmen sollen, und beeinflusst damit wieder die Produktivität und Motivation.
  • Durch mangelnde Social Awareness erkennst du die Gefühle der anderen Teammitglieder schlechter, wodurch du die Situationen falsch interpretierst. Stell dir vor, eine Führungskraft bemängelt die nicht erreichten Teamziele und fordert härteren Einsatz von seinen Mitgliedern. Das könnte dazu führen, dass sich die Gruppe missverstanden fühlt, eine Ablehnung aufbaut und sogar noch weniger motiviert ist.

Wie erschaffen wir Harmonie in der Gruppe?

Das hier mein persönlicher Lieblingsteil des Buches. Goleman spricht von 6 verschiedenen Leadership Stilen, die Gruppenharmonie erschaffen können: visionär, coaching, kollaborativ, demokratisch, Normen setzend und autoritär. Effektive Leader können jederzeit auf diese Stile zurückgreifen und sie je nach Situation anwenden.

Visionär

Der visionäre Leader erschafft Harmonie, indem er oder sie Menschen hin zu einem gemeinsamen Ziel motiviert. Sie drücken ihre Vision aus, geben aber nicht das ‘Wie’ vor. Damit inspirieren sie das Team in die richtige Richtung zu laufen, während sie genügend Raum haben, kreativ, innovativ und kollaborativ zu werden.

Coaching

Dieser Typ erschafft Harmonie indem er oder sie einzelne Angestellte ermutigt und dabei unterstützt, ihr volles Potenzial zu erreichen. Sie arbeiten direkt mit Einzelnen, um persönliche und karrieregerichtete Ambitionen zu identifizieren und zu verfolgen. Sie motivieren ihre Angestellten schwierige Aufgaben zu erfüllen und Herausforderungen zu überwinden, die den Fortschritt verhindern könnten.

Kollaborativ (affiliative)

Starke Beziehungen unter Teammitgliedern sind das Ergebnis eines kollaborativen Führungsstils. Indem sie Emotionen teilen, Unterstützung anbieten und Wertschätzung für gute Arbeit ausdrücken.

Demokratisch

Durch einen demokratischen Stil schaffen Führungskräfte Harmonie, indem sie Teammitglieder in die Entscheidungsfindung einbeziehen. Teammitglieder erhalten das Gefühl, gehört zu werden, während sie alle den selben Stand in der Entscheidungsphase haben.

Vorbildlich (pacesetting)

Goleman spricht hier von pacesetting, sie schaffen Harmonie, indem sie als gutes Vorbild vorangehen, dem die Mitglieder gerne folgen möchten. Sie setzen sich selbst und dem Team hohe Standards, identifizieren Unzulänglichkeiten und fordern Perfektion. Teammitglieder lernen, indem sie von dieser Führungskraft lernen. Harmonie entsteht nur, wenn der Leader Empathievermögen hat, sich seiner selbstbewusst ist und seine Gefühle kontrollieren kann.

Autoritär (commanding)

Sie haben ihr Team fest im Griff, die autoritären Führungskräfte. Sie schaffen Harmonie, indem sie in kritischen und stressigen Situationen eine strikte Richtung vorgeben. Sie geben Befehle und erwarten die Ausführung ohne Widerworte.

Gerade diese Führungskräfte müssen unbedingt Empathie, Self-Awareness und Selbstmanagement beherrschen, um durch ihren Stil keine Zwietracht zu säen.

Emotionale Intelligenz steigern in 5 Schritten

Du kannst emotionale Intelligenz lernen und trainieren. Goleman weist allerdings darauf hin, dass du dafür motiviert und engagiert sein musst. Hier ist seine Schritt für Schritt Anleitung, um ein emotional Intelligenter Leader zu werden:

1. Bestimme, was für ein Leader du sein möchtest.

Frage dich, was die ideale Version von dir selbst ist und welche Microskills du besitzen musst und welchen Führungsstil du perfekt beherrschen möchtest.

Springe 10 Jahre in die Zukunft: Wie führst du andere? Wer umgibt dich? Wie fühlen sich deine Angestellten, deine Anhänger über dich? Und wie fühlst du dich über sie? Wie sieht das Umfeld aus und was ist das emotionale Klima? Wie erschaffst du Harmonie?

Der Autor weist hier auch noch einmal darauf hin, dass du dein bestes Selbst herausarbeiten musst und nicht das, was andere von dir erwarten.

2. Identifiziere deine bisherigen Führungskompetenzen

Jetzt, wo du weißt, was für ein Leader du sein möchtest, musst du dir ansehen, welcher du gerade bist. Identifiziere deine Kernkompetenzen und deine Microskills, um die Lücke zwischen deinem idealen und deinem jetzigen Selbst zu schließen.

Du erinnerst dich an die 4 Kernkompetenzen Self-Awareness, Selbstmanagement, Social Awareness und Beziehungsmanagement. Wo bist du stärker und wo bist du schwächer? Welchen der genannten Führungsstile beherrschst du auf natürliche Weise? Welcher Führungsstil fehlt dir? Welche Microskills brauchst du für diesen Stil?

Natürlich ist deine Selbsteinschätzung immer ein bisschen durch dein Ego verwässert. Goleman findet, dass es eine gute Idee ist, sich bewusst negatives Feedback von anderen einzuholen. Frage sie zu deinen Microskills in den 4 Kernkompetenzen. Für besonders ehrliche Antworten kannst du eine anonyme Umfrage durchführen.

3. Plane deine Weiterentwicklung

Es ist Zeit für den Plan: Arbeite deine Ziele aus und orientiere dich dabei an deinen Stärken, sodass deine Ziele realistisch bleiben. Goleman sagt, dass deine Aufgaben eher auf das Lernen ausgerichtet sein sollten, als auf das Erreichen eines bestimmte Maßstabs. Er nennt das Beispiel: “teile inspirierende Visionen mit einem gleichrangigen Partner zweimal die Woche” ist effektiver als “präsentiere eine inspirierende Vision beim Board Meeting bis zum nächsten Monat.”

4. Entwickle neue Gewohnheiten

Als nächstes empfiehlt Goleman, die Lebensbereiche ausfindig zu machen, in denen du deine neuen Fähigkeiten übst, um alte Gewohnheiten zu überschreiben. Wenn du beispielsweise deine Abwehrhaltung gegen emotionales Selbstmanagement austauschen möchtest, dann kannst du dich verpflichten, immer erst eine Pause einzulegen, bevor du eine Frage beantwortest, um die Perspektive deines Gegenübers einzunehmen. Dadurch stellst du sicher, dass du deinen Gegenüber besser verstehst und kannst ohne Feindseligkeit reagieren. Um alte Gewohnheiten mit neuen zu überschreiben, musst du sie wiederholen, denn nur so baut dein Gehirn neue neuronale Verbindungen auf.

5. Nutze Beziehungen, um dich zu unterstützen

Laut Goleman ist dieser Lernprozess leichtr umzusetzen, wenn du Menschen um dich herum hast, die dich dabei begleiten und dich bei deinen Zielen unterstützen. Dem Autor zufolge ist es im besten Fall ein Coach oder Mentor, aber es können auch andere Menschen sein. Wichtig ist, dass ihr eine Atmosphäre des Vertrauens, psychologische Sicherheit und Offenheit zwischen euch schafft.

 

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